Griechenland war der Stein des Anstoßes, der berühmt Tropfen, der das Fas zum Überlaufen gebracht hat. Angesichts der ausufernden Schuldenkrise, die inzwischen auch den Kern der Euro-Zone erfasst hat, blickt kaum jemand mehr an den südöstlichen Rand Europas. Im Gegenteil – die Augen der meisten Beobachter haben Griechenland scheinbar schon abgeschrieben.
Wie sieht die Lage aber zum Jahresende aus? Viele Griechen dürften in eine unsichere Zukunft blicken. Schließlich ist angesichts der aktuellen Sparbemühungen, die auch nach dem Regierungswechsel vor wenigen Wochen fortgesetzt werden, der Gürtel noch enger geschnallt worden.
Sparen – der einzige Weg?
Was dadurch entsteht, ist allerdings ein Szenario, das nicht zwangsläufig aus der Schuldenkrise führen muss. Der Grund: Durch das Zurückfahren staatlicher Investitionen setzt die Regierung die inländische Wirtschaft unter Druck. Und je mehr Unternehmen das Kapital zusammenhalten müssen, umso größer die Gefahr, dass keine Aufträge mehr vergeben, Mitarbeiter entlassen werden und so die Steuereinnahmen sinken.
Zusätzlich sorgt eine hohe Arbeitslosigkeit zu mehr staatlichen Ausgaben im Sozialwesen, was die Situation letztendlich verschärft. Und durch sinkende Einnahmen kann die Regierung in Athen letzten Endes auch die Schuldentilgung nicht vorantreiben. Dass die Wirtschaft unter dem Kurs leidet, zeigen aktuelle Berichte zum Hotelsterben in Athen.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Mancher Grieche misstraut den Banken und zieht Kapital ab. Auf diese Weise wächst der Druck auf die Kreditinstitute, welche Unternehmen nicht mehr mit Geld versorgen können. Die Lage in Griechenland ist zum Jahreswechsel brisant – kein Wunder, dass mancher das Land bereits abgeschrieben hat und den Schuldenschnitt fordert. Letzteres hätte aber katastrophale Auswirkungen auf ganz Europa.